Farben WRGe

Die Farbgebung in der DDR erfolgte gem. den Technischen Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen, TGL

Foto: Florian Böttcher

Die Wagenkästen der kurzen Halberstädter wurden in TGL 0775 Bordeauxrot , ähnlich RAL 3004 Purpurrot lackiert, Fahrwerk und Drehgestelle in Tiefschwarz.  Beschriftung TGL Gelborange 0308 ähnlich RAL 1007 Narzissengelb, Dach in TGL 1808 Hellgrau, ähnlich RAL 7000 Fehgrau.

 

Foto: Frank Thomas, bilder.unstrutbahn.de

In den 80 er Jahren erfolgte dann eine Umlackierung in den Farben des Städte-Express . Dach weiterhin in TGL 1808, Fensterband in Elfenbein TGL 0220, ähnlich RAL 1014 Elfenbein. Unterer Wagenkasten, Längsträger und Stirnwand in Orange TGL 0408, ähnlich RAL 2000 Gelborange. Laufwerk und Beschriftung schwarz TGL 1010 ähnl. RAL 9011  Graphitschwarz.                        Die mehrsprachige Beschriftung über den Fenstern entfiel.

 

Der Wagen 033 wurde bei der anstehenden Revision 1990/91 in Gotha in den Originalton umlackiert und erhielt auch wieder die Original-Beschriftung. Einziger Unterschied: Die Längsträger wurden in TGL 1010 Graphitschwarz lackiert.

Isoliermaterial in den Wänden

Als Isoliermaterial zur Wärmedämmung und Schallschutz wurde in den Wänden des Speisewagens ursprünglich Mineralwolle verwendet. Mineralwolle bezeichnet einen weichen Werkstoff aus künstlich hergestellten mineralischen Fasern [1].

Der große Vorteil von Mineralwolle ist die Unbrennbarkeit, welche im unmittelbaren Personenbereich eines Zugs herausragend wichtig ist. Ein Nachteil von Mineralwolle ist, dass Mineralwolle Feuchtigkeit z.B. aus Kondensierung und undichten Dichtungen von der Mineralwolle gespeichert wird und dann zu einer Durchrostung von innen führt.

Wir haben daher beschlossen, ein Material zu verwenden, das die Anforderungen der Norm EN 45545 erfüllt. Das verwendete Material ist ein Dämmstoff aus geschlossenzelligen Elastomeren, der speziell für den Einsatz in Schienenfahrzeugen entwickelt wurde.

Folgendes Bild zeigt den Wagen ohne Seitenverkleidung und mit entferntem Isoliermaterial:

Während des Einsetzens des neuen Dämmmaterials:

Nach dem verschweißen der Seitenwände:

Drehfalttüren

Die WRge  Wagen wurden mit Drehfalttüren ausgerüstet. Diese haben den Vorteil gegenüber Drehtüren, dass sie im geöffneten Zustand die Fahrzeugbegrenzung nur geringfügig überschreiten.

Drehtür an einem Umbauwagen B4yg
Drehfalttür an einem WRge

Die Drehfalttüren bestehen aus zwei Türflügeln,  die über ein Gelenk und eine Gummifalte miteinander verbunden sind. Das Öffnen der Türen wird über Türinnen-bzw. Türaußendrücker mechanisch vorgenommen. Dabei wird der schmalere Türflügel nach innen und der größere Türflügel nach außen geklappt.

Die Türen werden während der Fahrt mit einer Türblockiereinrichtung gesichert. Die Verriegelung erfolgt über einen Elektromagneten der ab einer Fahrgeschwindigkeit von 5 km/h auslöst und damit die Tür blockiert.

Drehfalttür vom Übergang aus gesehen.

Zugeinrichtung

Die geteilte Zugeinrichtung ist hinter dem Kopfstück eingebaut. Der Zughaken wird in einem Federtopf durch einen Bolzen gesichert.

Die Zugkraft wird direkt auf das Untergestell übertragen. Als Federelement dient eine Gummischichtfeder.

Zeichnung Zugeinrichtung

 

Aufgearbeitete Zughaken
Kopfstück

 

 

 

 

Einige Details

Der kurze Halberstädter war ein sogenannter Reko Wagen auf Basis vorhandener vierachsiger Wagen aus der Vorkriegszeit. Dafür wurden die Untergestelle  auf die Länge von 18,7 m gebracht. Die Länge entsprach der Schiebebühne des RAW Halberstadt!

Von den insgesamt gebauten 50 Wagen hatten zwanzig, der ab 1973 gebauten Wagen auf der dem Seitengang abgewandten Seite nur vier Fenster, die ab 1975 gelieferten Wagen sechs Fenster, ansonsten waren sie baugleich.

Der Speisewagen bietet Platz für 24 Gäste auf roten , mit Kunstleder überzogenen Sitzen in der für Speisewagen unüblichen 2+2 Anordnung.

Neben dem Speiseraum liegt der Buffettrakt mit der durch Rollläden abschließbaren Theke und darunter liegender Kühlung.

Anschließend Vorratsbunker und Küche mit 2 vierflammigen Gasherden und Backrohr.

Alle Wagen erhielten den Mitropa Anstrich purpurrot RAL 3004. Die Mitropa-Lettern in gelb prangten zweimal an den Seitenflanken.  Die Anschriften „Speisewagen“ waren in deutsch, französisch, italienisch und russisch unter der Dachkante angebracht.

Die Wagen waren international zugelassen,

Foto: Wilhelm Tausche

kamen jedoch fast nur im Binnenverkehr der DDR zum Einsatz, allerdings auch vereinzelt in Interzonenzügen in die BRD.

Der Anfang

Einer der letzten noch vorhandenen Bghw Speisewagen im fast noch originalem  Auslieferungszustand von 1975 bei der Überführung am 18.9.2018 von Nordhausen zur Aufarbeitung nach Gera. Der Wagen wird hier betriebsfähig aufgearbeitet um dann wieder in Betrieb genommen zu werden.

Der Wagen war nach der Wende im Einsatz bei DB Historische Verkehre Berlin und kam dann zur  VEB  Vulkan-Eifel-Bahn nach Gerolstein.  Anschließend Verkauf an  EFN Eisenbahnfreunde Nordhausen e.V.  wo er aber auch aufgrund abgelaufener HU nicht mehr zum Einsatz kam.

Auf der Drehscheibe im BW hist. der Fa. Bahnwerkstätte Gera UG.
Überprüfung der elektrischen Anlage am Ortsnetz.
Schaltschrank noch mit Original Beschriftung.